Kasuistiken

Johns Geschichte

John ist 33 Jahre alt. Bei ihm wurde vor zehn Jahren Morbus Crohn diagnostiziert. Seit sechs Monaten leidet er vermehrt unter Schüben, weshalb er im Berufsleben sowie in seinem sozialen Umfeld beeinträchtigt ist.

Bei einem Arztbesuch wird John ein neues Medikament verschrieben und er meldet sich daraufhin bei dem von Atlantis Healthcare dazu angebotenen therapiebegleitenden Programm an.

Nicolas Geschichte

Nicola ist 56 Jahre und wurde vor acht Jahren mit der Diagnose Rheumatoide Arthritis (RA) konfrontiert. Seit zwei Jahren erfolgt die Basistherapie mit sogenannten DMARDs (disease modifying antirheumatic drugs). Dabei fühlt sie aber, dass sich ihre Schübe verschlimmert haben. Sie entschließt sich dazu, dies bei ihrem nächsten Kontrolltermin mit ihrem Arzt zu besprechen.

Henry und Graces Geschichte

Henry lebt seit zehn Jahren mit der Parkinson-Krankheit und die Erkrankung schreitet weiter fort: seine Symptome beeinflussen immer mehr seinen Alltag. Dies hat zur Folge, dass seine Frau Grace ihn zunehmend im Umgang mit seiner Krankheit und deren Auswirkungen unterstützen muss.

Selbstmanagement als oberstes Ziel

Um Menschen wie John optimal im Umgang mit Morbus Crohn zu unterstützen, hat unser Team aus Experten der Gesundheitspsychologie auf Grundlage eigener Erfahrungen sowie einer aktuellen Literaturrecherche zunächst Erkenntnisse bezüglich der klinischen und psychosozialen Bedürfnisse von Menschen mit dieser Erkrankung gewonnen. Außerdem wurden betroffene Patienten und ihre Behandler direkt befragt, um besser zu verstehen, wie die Krankheit „am eigenen Leib” erfahren wird.

Mehrere wesentliche Verhaltensweisen dieser Patienten wurden danach für das Selbstmanagement als prioritär definiert. Dies sind im Falle von M. Crohn Therapieadhärenz, gesunde Ernährung, Nikotinentzug, Umgang mit Symptomen und Zugang zu unterstützenden Maßnahmen.

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Die Tatsache, dass die genauen Ursachen für Morbus Crohn nach wie vor unklar sind, kann Patienten zusätzlich negativ in ihrer Wahrnehmung bezüglich der Ursache und Kontrolle der Krankheit beeinflussen. Sie bringen der medizinischen Betreuung wenig Vertrauen entgegen.

Das Atlantis Healthcare Selbstmanagement-Konzept

Unser einzigartiges Selbstmanagement-Konzept dient der Bestimmung von individuellen Faktoren, die für den Patienten den Umgang mit der Erkrankung erschweren. Ziel ist es dann, diesen Faktoren gezielt durch effektive Intervention entgegen zu wirken.

Der entscheidende Verhaltensaspekt bei John ist die mangelnde Therapieadhärenz. Seine negative Einstellung zur Behandlung, eine als gering wahrgenommene Einflussmöglichkeit auf Morbus Crohn sowie eine nicht ausreichende Kommunikation mit seinem Arzt sind Faktoren, die sich bei ihm negativ auf die Adhärenz auswirken.

 

Ergebnisse

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33% höhere Persistenz nach sechs Monaten im Vergleich zu Personen, denen eine identische Behandlung verschrieben wurde, die jedoch nicht am Programm teilnehmen.

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Auszeichnung „Winner of Patient Adherence and Compliance Program 2013“ bei den Pharmaceutical Marketing European Awards und Zweitplatzierung im Jahr 2015.

Selbstmanagement als oberstes Ziel

Die Therapie mit DMARDs erfordert die Einnahme zweier Wirkstoffe gleichzeitig – es ist wissenschaftlich erwiesen, dass dadurch die Wirksamkeit erhöht werden kann. Jedoch kann dies ein Problem für die Adhärenz darstellen. Wenn beide Substanzen nicht gemeinsam eingenommen werden, wird die Wirksamkeit unter Umständen verringert.

Es wurden Advisory Board Treffen mit Experten aus diesem Bereich abgehalten, um das tatsächliche Ausmaß der Adhärenz-Problematik zu erörtern und mögliche Lösungswege dafür zu finden.

Das Atlantis Healthcare Selbstmanagement-Konzept

Unsere Untersuchungen und das damit verbundene Verständnis dieser Zielgruppe erbrachte eine Reihe von Faktoren, die die Adhärenz bei Einnahme von DMARDs beeinflussen. Dazu gehören die Notwendigkeit der Behandlung, Verstehen der Behandlung, sowie Zusammenhang von Erkrankung und Behandlungswirksamkeit.

Unser Lösungsansatz

Für dieses Programm haben wir unser Konzept Akzeptieren ausgewählt. Fachärzten und Fachkrankenschwestern wurden Diskussionsleitfäden zur Verfügung gestellt, die die Hauptfaktoren für Adhärenz aus unseren Forschungsergebnissen behandeln. Das Konzept wurde während der Sprechstunde eingesetzt und Patienten im Nachhinein zum Nachlesen mit nach Hause gegeben.

Nicolas Arzt nahm sich gemeinsam mit ihr den Diskussionsleitfaden nach der Kontrolluntersuchung vor und stellte dabei zu Beginn eine Reihe von kurzen Fragen um zu ermitteln, welche spezifischen Faktoren eventuell bei Nicola hinderlich wirken könnten. Ihre Antworten zeigten, dass sie die Medikation nicht wie verordnet eingenommen hatte. Sie hatte die Bedeutung der gleichzeitigen Einnahme beider Präparate nicht erkannt und zeigte zudem einige Fehlannahmen in Bezug auf ihre Erkrankung.

 

Ergebnisse

„Nach über acht Jahren in der Pharmaindustrie habe ich noch nie an einem Projekt zur medizinischen Schulung gearbeitet, das solch positive Rückmeldungen von Fachkräften aus dem Gesundheitswesen hervorbrachte. Die Materialien richten sich auf einen wichtigen Bereich von bisher nicht abgedeckten Anforderungen in der Rheumatologie.” – Kunde

„Es gab einige [Patienten] bei denen man dachte ‘Oh Gott, wir haben diesem Patienten wirklich nicht sehr viele Informationen an die Hand gegeben...’ Menschen, die seit fünf oder zehn Jahren ein Medikament nehmen, meinten ‘Was ist dieses TAS, von dem Sie immer reden? …’ Das war ziemlich aufschlussreich.” – Arzt

„Es geht darum, Patienten zu befähigen und sie zum Nachdenken über ihre Krankheit und die Behandlung anzuregen, und aufzuzeigen, wie sie darauf Einfluss nehmen können, wenn es nötig ist.” – Arzt

Selbstmanagement als oberstes Ziel

Unsere Primärforschung mit Parkinson-Patienten sowie mit Selbsthilfegruppen ergab, dass die Diagnose der fortgeschrittenen Erkrankung mehr als nur eine Veränderung in Bezug auf die Behandlung bedeutet - sie stellt den Übergang in das nächste Krankheitsstadium dar. Dies kann insbesondere für Patienten, jedoch aufgrund der damit verbundenen intensiveren Betreuung auch für Angehörige sehr belastend sein.

Aus diesem Grund war unsere Empfehlung ein Konzept, das nicht nur die Akzeptanz und Adhärenz der Therapie fördert, sondern darüber hinaus alle Betroffenen hinsichtlich der zu erwartenden Veränderungen aufklärt und sie darauf bestmöglich vorbereitet.

Das Atlantis Healthcare Selbstmanagement-Konzept

Unsere Literaturauswertung und die Arbeit mit Selbsthilfegruppen zeigten einige der wichtigsten Faktoren auf, die sich auf den Umgang mit der fortgeschrittenen Parkinson-Krankheit auswirken. Dies sind insbesondere: Krankheitskohärenz, persönliche Kontrolle, soziale Unterstützung und Beziehung zum medizinischen Betreuungsteam.